Gnade, die hilft und zu Helfern macht

Es ist erschienen: Das neue Album von ABBA. Naja, noch nicht komplett. Aber doch schon zwei Titel daraus als Appetithappen. 40 Jahre nach dem letzten Album. Und alles klingt wie immer.

Die Welt steht Kopf. Die ergrauten Fans sind begeistert. Die Kindheit ist wieder da. Die Jugend. Alles, was damals war. Alle Erinnerungen. Alles, was damals begeistert hat. Alle Hits Die vier Schweden wollen sogar wieder auf eine Tournee gehen. Also nicht wirklich und leibhaftig. Sondern als Avatare. Digital. Das passt zum 21. Jahrhundert. Vielleicht wäre es ja auch ernüchternd, die vier 40 Jahre älter zu erleben. Die Hüften schwingen nicht mehr so elegant, die Augen strahlen nicht mehr so tatendurstig, die Haare sind schütter geworden, wenigstens bei den Herren. Sie sind halt doch auch nur Menschen, Menschen wie wir. Die neue Scheibe, die neue Tournee: Eine bunte Illusion. Ein Traum.

Sie ist erschienen: Die heilsame Gnade Gottes. Und die Welt steht Kopf. Und die Fans sind begeistert. Wir schreiben das Jahr vier oder fünf vor unserer Zeitrechnung und die Engel veranstalten eine große Lightshow am Himmel und singen und jubeln den neuen Welthit: Euch ist heute der Heiland geboren. Die heilsame Gnade Gottes ist erschienen. Und die Welt feiert ein gigantisches Fest. Feuerwerke auf allen Kontinenten.

Sie merken: So ganz stimmt die Geschichte nicht. Wenigstens nicht die Details. Die habe ich mir natürlich ausgedacht. Denn was damals geschehen ist, passierte doch eher am Rande der großen Öffentlichkeit. Niemand nahm so richtig Notiz davon. Ein Provinzkönig, ja, ein paar Hirten, ja, ein ein paar orientalische Sterndeuter, ja - aber die Weltgeschichte ging weiter, ohne dieses Ereignis überhaupt zu bemerken, zu notieren oder gar zu feiern. Aber dafür war und ist sie alles andere als ein Marketing-Event, alles andere als ein Traum. Sie ist wirklichste Wirklichkeit. Der Himmel kommt zur Welt und ändert alles. Das Ereignis damals in Bethlehem ist lebensverändernd und weltverändernd.

Das wirklich Große kommt vielleicht immer klein und bescheiden daher. Jedenfalls gilt das für alles, was Gott tut.

Elia zum Beispiel, der große Prophet, erwartet ihn im Sturm, im Feuer, im Erdbeben. Aber er kommt in einem leisen Windhauch.

Gott ist eben anders als die Großen dieser Welt. Er kann es sich leisten. Er muss sich nicht aufspielen, nicht aufplustern. Gott kommt klein, Gott kommt leise. Aber umso wirkungsvoller! Mit dem Kind in der Krippe ist seine heilsame Gnade erschienen. Eine Gnade, die heil macht, die gesund macht, die die Menschen in Ordnung bringt, die Verhältnisse heilt und die vor allem den jahrtausendealten Graben zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer überbrückt. Gott ist seiner Welt gnädig, seinen Menschen. Gott geht barmherzig mit Ihnen um, und das sagt er nicht nur, das zeigt er. Indem er selber kommt in diesem Kind in der Krippe, das seine irdischen Eltern Jesus nennen, zu deutsch: Gott hilft. Gott hilft wirklich. Nachhaltig. Mit Ewigkeitsstempel.

Und warum hilft er? Damit wir anderen helfen. Warum ist er gnädig? Damit wir mit anderen gnädig sind. Seine Barmherzigkeit ist nicht ans Ziel gekommen bei uns und in uns. Sie will weiter fließen. Was vor über 2000 Jahren begonnen hat, geht weiter, immer weiter. In unsere Dörfer und Städte hinein, in unser Land, in die Welt. Denn: Die heilsame Gnade ist nicht für nur ein paar Auserwählten erschienen, sondern für alle Menschen.

Werth zum Thema