Wir wissen viel. Wir wissen jeden Tag mehr. Und es geht immer schneller. Das Weltwissen verdoppelt sich alle zwölf bis 15 Jahre. Im Jahr 1900 hat das noch 100 Jahre gedauert. Rätsel, die noch vor hundert Jahren unlösbar schienen, sind heute weitgehend gelöst. Hat es Gott heute schwerer als früher? Für viele war er ja vor allem ein Lückenbüßer-Gott. Er stand für alles, was Menschen nicht verstehen konnten. Wird seine Lücke nun immer kleiner? Brauchen wir ihn vielleicht eines Tages überhaupt nicht mehr.


Vorsicht! Denn alles, was Menschen entdecken und erfinden, können sie nur entdecken und erfinden, weil Gott, der Erfinder des Universums, ihnen dazu die entsprechenden Fähigkeiten gegeben hat. Gott ist und bleibt der Erfinder aller Erfinder. Er lässt sie forschen und - staunen. Denn je mehr wir Menschen entdecken, desto wunderbarer erscheint alles. Die großen und kleinen Zusammenhänge des Lebens lassen sich eben nicht durch zufällige Mutationen erklären. Wenn man denn bereit ist, sich das einzugestehen. 


Viele Forscher tun das. Werner Heisenberg, deutscher Nobelpreisträger und Begründer der Quantenmechanik, soll es so gesagt haben:


„Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott“.


Das wusste schon Hiob. In seiner Antwort auf Bildad sagt er (Hiob 9) „Wie könnte ein Mensch recht behalten gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eines antworten. Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt? Er versetzt Berge, ehe sie es innewerden; er stürzt sie um in seinem Zorn.Er bewegt die Erde von ihrem Ort, dass ihre Pfeiler zittern. Er spricht zur Sonne, so geht sie nicht auf, und versiegelt die Sterne. Er allein breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens. Er tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind. Siehe, er geht an mir vorüber, ohne dass ich’s gewahr werde, und wandelt vorbei, ohne dass ich’s merke. Siehe, wenn er wegrafft, wer will ihm wehren? Wer will zu ihm sagen: Was machst du?“


Klar, Hiobs Weltbild war anders als unseres. Aus heutiger Sicht schlichter, eindimensionaler. Aber wer weiß, was spätere Generationen über unser Weltbild sagen. Und: Die Grundüberzeugungen von Hiob gelten bis heute. Gott ist der Herr über alles. Er lebt und denkt und handelt in Dimensionen, in die wir weder gedanklich noch praktisch vordringen werden. Wir müssen es uns nur eingestehen. Mit offenen Augen forschen und entdecken. Mit Augen, die bereit sind, ein Stück dieser anderen Wirklichkeit wahrzunehmen. Unsere Begrenztheiten anzuerkennen. Gott ist der Erfinder des Lebens. Er ist so wunderbar, dass wir uns ihm nur mit Wundern und Staunen nähern können.


Der bekannte Astrophysiker Heino Falcke, der maßgeblich am Event-Horizon-Telescope-50-Projekt beteiligt war, das das erste Bild eines Schwarzen Lochs aufgenommen hat,ist bekennender Christ. Er sieht zum Beispiel die Naturgesetze als "Worte Gottes" und den Glauben als Akt des Vertrauens und der Demut vor dem Unverfügbaren.


Umso wunderbarer ist es, dass Gott sich selbst verfügbar gemacht hat. In Jesus ist er mitten hineingekommen in seine Welt. Er ist der Unbegreifliche, aber hat sich selbst begreiflich gemacht und uns die Tür zu seiner Wirklichkeit weit aufgestoßen. Und damit das Wunder der Schöpfung noch überboten. Der neutestamentliche Lehrtext zur sagt es so:


„Wir wissen, dass er, der Jesus, den Herrn, auferweckt hat, mit Jesus auch uns auferwecken und mit euch vor sich hinstellen wird.“