Danken kommt von Denken

12.5.2015

»Ein Wort zuvor« aus meinem neuen Buch »Danken tut gut«. Erscheint im Herbst 2015 bei Gerth Medien.

 

Nein, es ist nicht nur ein beliebtes Wortspiel. Danken kommt tatsächlich von Denken. Das germanische Wort „danc“ bedeutet ursprünglich: Ich denke, ich gedenke. Wobei sich in das Gedenken vielleicht auf geheimnisvolle Weise dankbare Gedanken mischen. Und eine dankbare Gesinnung entsteht.

Heißt: Wer denkt, wird dankbar? Heißt umgekehrt: Wer undankbar ist, hat nicht gedacht? Nicht nach-gedacht? Das jedenfalls behauptet der Aphorismensammler Peter. E. Schumacher: "Nur wer denkt, kann danken."

Ganz so einfach ist die Formel sicherlich nicht. Aber sie weist in eine bedenkenswerte Richtung.

Wir wollen ein bisschen denken in diesem Buch. Und zwischendurch und am Ende hoffentlich danken. Was uns gut tun wird. Denn Danken tut gut.

Gedankenlosigkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen in einer Zeit, in der wir so häufig so wenig Zeit haben all das aufzunehmen und zu bedenken, was auf uns einströmt. „So vieles verhuscht heute“, sagte neulich ein guter Freund.

Aus Gedankenlosigkeit wird nicht selten Danklosigkeit. Wir loten nicht mehr tief. Wir schätzen nicht mehr viel. Wir wägen nicht mehr sorgfältig. Es ist die Zeit der Gleichgültigkeit. Und - zumindest hierzulande - die Zeit des stillen und lauten Jammerns.

Dabei geht es uns heute richtig gut in Mitteleuropa. Besser jedenfalls als allen Generationen vor uns. Besser auch als vielen Nachbarn. Besonders denen im fernen Süden und im nahen Osten.

Die aber sind häufig viel dankbarer als wir. Weil sie tiefer loten? Und ihre Lebens-Mittel bewusster wahrnehmen und schätzen?

Wir sollten unser Leben neu bedenken. Die Lebens-Mittel, die wir nutzen dürfen. Und uns bedanken. Bei Menschen und bei Gott.

Denn, so schreiben es die Initiatoren des aktuell ausgerufenen Jahres der Dankbarkeit, „ein dankbares Leben ist ein gesundes Leben. Körperlich, seelisch und geistlich.“

Also ist dieses Buch auch ein Gesundheitsratgeber.

Danke, dass Sie sich mit mir auf Wanderschaft begeben. Auf eine Pilgerreise des Denkens und Dankens.

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